PRESSEMITTEILUNG: Agrarstrukturstudie: Bäuerliche Landwirtschaft ist wichtig für die Artenvielfalt

Zum Veröffentlichung der Studie „Bedeutung einer vielfältigen und kleinteiligen Agrarstruktur für die Biodiversität und Möglichkeiten der Förderung im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP)“ von Prof. Dr. Teja Tscharntke erklärt Friedrich Ostendorff MdB, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion B90/Grüne im Deutschen Bundestag:

Die kleinteilige Bewirtschaftung und insbesondere kleine und mittlere Betriebe sind für den Biodiversitätsschutz von zentraler Bedeutung. Die Studie belegt anhand einer umfassenden Fülle an Daten und der Auswertung einer Vielzahl von Studien und Metastudien die besondere Bedeutung der Agrarstruktur für die Biodiversität.

Damit wird das ewige neoliberale Mantra widerlegt, groß sei nicht gleich schlecht und klein nicht gleich gut. Diese Verkürzung geht schlichtweg nicht auf und ist nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das sollten auch die endlich anerkennen, die sich weiterhin gegen gutes Wissen stellen und die agrarstrukturelle Komponente der Biodiversität immer wieder unter den Tisch fallen lassen.

Wir wissen, der Biodiversitätserhalt ist global eine der wesentlichsten globalen Herausforderungen und notwendig für das Funktionieren unserer Ökosysteme. Wir müssen endlich lernen die planetaren Grenzen unseres Planeten zu respektieren und zu schützen.

Eine regionale, vielfältige und kleinteilige landwirtschaftliche Erzeugung ist dafür von größter Bedeutung. Dies erreichen wir nur, wenn wir auch unsere bäuerlichen Betriebe erhalten und ihnen auch eine Zukunftsperspektive bieten. Wir brauchen eine Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik (GAP) durch eine Gemeinwohlprämie mit einer Honorierung einer kleinteiligen Bewirtschaftung und bäuerlichen Erzeugung.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner muss daraus endlich die Konsequenzen ziehen und Agrargelder gerechter verteilen und gezielt kleinere und mittlere Betriebe unterstützen statt an Agrarholdings und Kapitalinvestoren. Wir brauchen deshalb auch eine Kappung und Degression der Agrarzahlungen und eine Gemeinsamveranlagung verbundener Unternehmen.

Die Studie finden Sie hier:

https://www.gruene-bundestag.de/themen/agrar/artenschutz-braucht-kleinteilige-agrarlandschaften