Statement: Sonder-Agrarministerkonferenz Fleischbranche und Tierwohl

Zur Sonder-Agrarministerkonferenz zu den Themen Fleischbranche und Tierwohl erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

„Viele Bäuerinnen und Bauern wollen sich auf den Weg für eine zukunftsfähige Tierhaltung machen. Doch eine konkrete Antwort darauf, wie die Tierhaltung in Zukunft gestaltet werden soll, ist die Bundesregierung den Bauern jahrelang schuldig geblieben. Statt das Zugpferd einer zukunftsfähigen Landwirtschaft zu sein und innovativen Betrieben den Rücken zu stärken, sitzt Julia Klöckner als Schlusslicht im Besenwagen. Viele Bäuerinnen und Bauern sind längst weiter.

Der überfälligen Entscheidung, die Vorschläge des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung umzusetzen, müssen schnell konkrete Antworten für Umbaumaßnahmen und Finanzierung folgen. Planungssicherheit ist für die Bäuerinnen und Bauern nun unerlässlich, denn zu viele mussten bereits aufgeben. Der Aufbruch in eine zukunftsfähige Landwirtschaft ist jetzt die drängende politische Frage, für die ein Signal von der Agrarministerkonferenz ausgehen muss.

Einer Schweinehaltung in Außenklimaställen und auf Stroh muss nun der Weg bereitet werden. Eine Qualitätsoffensive in der tierischen Erzeugung ist geboten, denn die bisherige Billigproduktion en masse auf Kosten der Umwelt und der Arbeiter in den Fleischfabriken ist falsch. Der Umbau der Tierhaltung und die Dezentralisierung der Schlachtung und Fleischverarbeitung müssen zwingend zusammen gedacht werden. In Zukunft müssen Fördermaßnahmen auf umwelt- und tierwohlgerechte, bäuerliche Betriebe ausgerichtet sein. Einzelne, viehintensive Regionen, deren Betriebe zu viele Tiere auf zu wenig Fläche halten, darf es in Zukunft nicht mehr geben. Wenn in Zukunft viel Geld aus der Tierwohlabgabe in den Umbau der Ställe fließen soll, dann müssen dafür hohe Umwelt- und Tierwohlkriterien angelegt werden.“