Milchmarktstudie: Milcherzeuger stärken - künftige Krisen verhindern

Zur Veröffentlichung einer Studie zur Analyse der strukturellen Probleme auf dem Milchmarkt und der vorgeschlagenen Maßnahmen der Bundesregierung erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Link zur Studie: Konsequenzen aus der Milchkrise

Dieser Milchmarkt ist eine Farce. Wenn Molkereien allein und rückwirkend den Preis festsetzen, kann von einem gerechten Markt nicht mehr die Rede sein. Wir brauchen einen besseren ordnungsrechtlichen Rahmen, damit der Markt auch funktioniert. Für eine nachhaltige Milcherzeugung müssen wir die Verhandlungsposition der Erzeuger auf dem Markt und in der Wertschöpfungskette stärken.

Wir müssen die Lieferbedingungen von der Mitgliedschaften in den Genossenschaften entkoppeln und die Vertragsmodelle verbessern. Eine Flexibilisierung darf nicht zu einer Schwächung der Erzeuger, einer Gefährdung der Milchablieferung und einer weiteren Konzentration auf dem Milchmarkt führen.
Die nächste Krise ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wir brauchen deshalb ein robustes Frühwarnsystem und ein indexbasiertes Krisenmanagementprogramm zur Regulierung der Milchmenge bei sinkenden Erzeugerpreisen.

Bundesminister Schmidt setzt immer noch auf Billig-Exporte auf den Weltmarkt. Wir brauchen aber Qualität durch artgerechte Weidehaltung und regionale Wertschöpfung. Mit seiner Brancheninitiative setzt Minister Schmidt auf die genossenschaftlichen Molkereien, gegen die das Bundeskartellamt ein Musterverfahren führt und lässt die Erzeuger außen vor. Das zementiert nur das Machtgefälle zwischen Milcherzeugern und Verarbeitern. Eine Branchenorganisation muss aber die Milcherzeuger stärken, nicht die Molkereien.
Minister Schmidt verwaltet sein Ministerium ohne jedes Ziel und Führung. Es ist ein einziger Dauerlauf im Kreis um die Runden Tische aber nichts passiert. Der Bundesminister lädt von einer Gesprächsrunde zur nächsten. So kommen wir nicht weiter. Die Probleme, vor denen die Landwirtschaft steht erfordern ein tatkräftiges Durchgreifen, kein halbherziges Lamentieren. Dieser Minister hat die Landwirtschaft im Stich gelassen.