Friedrich Ostendorff MdB

Der grüne Bauer im Bundestag  

Kleine Anfrage: Monitoring-Daten zum Tierwohl aus dem Nutztierbereich (Drucksache 18/11818)

Link zur kleinen Anfrage

Die Tierwohl-Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
(BMEL) verspricht, dass die Haltung von Tieren verbessert werden soll.
Dieses Versprechen steht im Einklang mit den Forderungen des Wissenschaftlichen
Beirates für Agrarpolitik (WBA), der in seinem Nutztier-Gutachten 2015
auf die unterschiedlichen Tierschutz-Defizite in deutschen Nutztierhaltungen
hinwies. Eine Verbesserung der Haltungsbedingungen entspricht ebenfalls den
Erwartungen, die die Gesellschaft an die deutsche Landwirtschaft stellt.
Auf seiner Homepage stellt das BMEL die These auf, dass mehr Tierwohl „geschafft“
sei und hebt unter anderem hervor, dass das Schnäbelkürzen bei Legehennen
und Mastputen seit Anfang diesen Jahres, basierend auf einer freiwilligen
Vereinbarung mit der Wirtschaft, untersagt ist (www.bmel.de/DE/Tier/_
texte/landingpage-tierwohl.html).
Gleichzeitig gibt es in jüngster Zeit zahlreiche Indizien, die dafür sprechen, dass
das Tierwohl, welches sowohl die Tiergesundheit als auch die Ausübung natürlicher
Verhaltensweisen umfasst, gefährdet ist. Im Bereich Tierschutz sind die
regulär aufgeführten Tierrechtsverstöße (siehe hierzu die Kontrollberichte der
Bundesregierung www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/01_Lebensmittel/
06_mnkp_dokumente/mnkp_Jahresbericht_2015.pdf?__blob=publicationFile
&v=4) durch die bei Filmaufnahmen von Tierrechtsaktivisten offengelegten
Missstände, ebenso wie die nicht geahndeten Tierschutzverstöße, die bei punktuellen
amtlichen Untersuchungen in Tierkörperbeseitigungsanlagen aufgedeckt
wurden (www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/854189/hinweise-
auf-massive-tierschutzverstoesse-bleiben-unentdeckt), zu ergänzen. Neben Informationen
zu Tierrechtsverstößen, sind Daten zu den klassischen Produktionskrankheiten
(Erkrankungen, die mit der Haltung, Fütterung, Leistung, Züchtung
und dem Management assoziiert sind) für eine umfassende Bewertung des
Tierwohls erforderlich. Etliche Veröffentlichungen weisen stichprobenhaft auf
Missstände hin, die sich unterhalb der „Tierschutz-Schwelle“ bewegen, also
keine Verstöße gegen das geltende Tierschutzrecht bedeuten...