Bodenmarkt: Bauernland in Bauernhand

Zur Entwicklung auf dem Bodenmarkt und der Untätigkeit von Minister Schmidt erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Wer, wie ich täglich im Kontakt mit den Menschen auf dem Land und den Bauern ist, der hört, wie es die Spatzen von den Dächern pfeifen: Die bäuerliche Landwirtschaft wird geradezu ausverkauft – wie ein Auslaufmodell. Gerade die guten bäuerlichen Betriebe, die wir brauchen bleiben bei den unmöglichen Preisen für Boden auf der Strecke. Es bleibt aber dabei: Bauernland gehört in Bauernhand – nicht in die Hand von Investoren und Güllebaronen.
Selbst im Sauerland ist der Anstieg der Boden- und Pachtpreise zu spüren weil die großen Schweine-Betriebe aus dem Münsterland, aus Cloppenburg und Sonstwo für Ihre Gülle-Entsorgung noch Flächen zu horrenden Preisen pachten. Dies kann nur, wer auf Kosten von Umwelt, Tieren und Menschen wirtschaftet und Raubbau an der Natur betreibt. Das Ergebnis sind hohe Kosten für die Aufbereitung von unserem Trinkwasser, Verlust von Biodiversität und Verlust unserer Betriebe.
Auch hier hat Bundesminister Schmidt total versagt und die Verantwortung ständig auf andere abgeschoben statt Führungsstärke zu zeigen. So hinterlässt er dem kommenden Agrarminister ein weiteres ungelöstes Problem. Für ein abgestimmtes Vorgehen der Länder bei der Regulierung des Bodenmarktes ist eine Koordinierung dringend notwendig. Wir brauchen eine konsistente Überarbeitung von Landpacht- und Grundstücksverkehrsgesetz, kein Flickenteppich auf Länderebene. Ohne eine klare Linie und eine ambitionierte Bodenpolitik auf Bundesebene kommen wir nicht weiter.Es geht um die Zukunft unserer bäuerlichen Landwirtschaft.