STATEMENT: Staatliches Tierwohllabel

Statement von Friedrich Ostendorff MdB, Sprecher für Agrarpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, zur Ankündigung eines Gesetzentwurfs für ein staatliches Tierwohl-Label:

„Wir fordern Ministerin Klöckner auf, dem Drängen der Verbraucher, des Bauernverbandes und des Lebensmitteleinzelhandels nachzugeben und eine klare, verpflichtende Haltungskennzeichnung wie bei den Eiern einzuführen. Klöckner rechnet bei ihrem freiwilligen Pseudo-Label selbst mit einer Verbreitung von nur 20 %. Mit einem freiwilligen Label geht es den allermeisten Tieren keinen Deut besser. Tierwohl bei Klöckner heißt weiterhin Betonböden, keine frische Luft und drangvolle Enge.

Aktuell sind für die Eingangsstufe 7,5 cm2 mehr Platz für ein 100 kg Schwein in der Diskussion. Das als Tierwohl zu verkaufen, ist Verbrauchertäuschung. Klöckner geht der Agrarindustrie um den Bart und ignoriert den gesellschaftlichen Wunsch nach echtem Tierschutz. Tiere brauchen Platz, Auslauf und artgerechte Beschäftigung. Ein paar Quadratzentimeter mehr auf dem Papier hat mit „Tierwohl“ ebenso wenig zu tun wie Zitronenfalter mit dem Falten von Zitronen.

Die aktuelle Meldung ist leider nur eine weitere Ankündigung. Wie sehen die Kriterien genau aus, und wie werden die besseren Ställe finanziert? Wie soll das Kind eigentlich heißen – Label, Kennzeichen oder doch ganz anders? Alle warten vergeblich auf eine klare politische Zielsetzung und verlässliche Zusagen.“