PRESSEMITTEILUNG: Agrarpolitik muss sich vom Bauernverband lösen

Zu den Äußerungen von DBV Präsident Joachim Rukwied in der aktuellen Ausgabe der ZEIT erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Grüne:

Die Äußerungen von DBV Präsident Joachim Rukwied zeigen, dass der Deutsche Bauernverband die bäuerliche Landwirtschaft längst aufgegeben hat. In den nächsten zwanzig Jahren werden rund 175.000 von jetzt 275.000 bäuerlichen Betriebe aufgeben, die DZ Bank sieht die bäuerliche Landwirtschaft insgesamt in Gefahr und der Deutsche Bauernverband (DBV) findet nichts dabei.

Ein Verband, der das Ende von 175.000 Betrieben „verträglich“ findet, kann nicht Hauptansprechpartner einer modernen Agrarpolitik sein. Es ist höchste Zeit für eine Agrarpolitik, die sich nicht länger von diesem Bauernverband treiben lässt, sondern mit den fortschrittlichen Kräften aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Modelle entwickelt, um auf Grundlage der bäuerlichen Strukturen neue Betriebsmodelle zu entwickeln, die den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht werden und Bäuerinnen und Bauern eine Zukunft bieten.

Die bäuerliche Landwirtschaft steht unter anderem für generationenübergreifendes Denken, stabile soziale Strukturen und langfristig ausgerichtetes Wirtschaften. Diese Eigenschaften kennzeichnen kein Museum, sondern sind notwendige Grundpfeiler einer modernen Landwirtschaft.

Bundesregierung und CDU/CSU-Fraktion müssen im Interesse des Gemeinwohls den übermäßigen Einfluss von DBV-Funktionären endlich eindämmen und eine unabhängige Agrarpolitik ermöglichen.