PRESSEMITTEILUNG:Sonderflüge für Erntehelfer nach Deutschland: Klöckners Spargelstecher-Luftbrücke sofort stoppen

Zu den ersten Sonderflügen für Erntehelfer nach Deutschland erklärt Friedrich Ostendorff MdB, Sprecher für Agrarpolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag: Die Umsetzung der ersten Sonderflüge für Saisonarbeitskräfte ist skandalös und in jeder Hinsicht unverantwortlich. Die chaotischen Zustände am Flughafen Cluj in Rumänien für rund 2000 dichtgedrängt, wartende Erntehelfer und die Anreise in voll besetzten Flugzeugen ohne Sicherheitsabstände, entsprechen in keiner Weise den hohen Erwartungen an den gesundheitlichen Schutz in Zeiten der CoronaPandemie. Weder für die Erntehelfer, noch für das Kabinenpersonal, die alle zusammen den Verhältnissen schutzlos ausgesetzt sind. Der Gesundheitscheck bei der Ankunft in Deutschland, der aus Temperaturmessung und einem Fragenbogen besteht, bietet keinerlei Sicherheit, sondern gaukelt diese nur vor. Es macht den Eindruck, dass für billigen Spargel alle gesundheitlichen Bedenken und ernsthafte Vorsorgemaßnahmen beiseitegeschoben werden. Es ist erstaunlich, dass dies auch Flieger mit Erntehelfern am Flughafen Nürnberg betrifft, da der bayerische Ministerpräsident Söder sonst größtmögliche Strenge im Hinblick auf Sicherheit und Schutz verspricht. Die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) versprochenen „strengen Auflagen“ im Hinblick auf den Gesundheitsschutz für die Einreise der Saisonarbeitskräfte, halten zum jetzigen Zeitpunkt keiner Überprüfung stand. Dieser Start lässt erhebliche Zweifel aufkommen, wie die Umsetzung der verpflichtenden Hygienemaßnahmen und die Kontrolle auf den Betrieben weitergehen sollen. Es gilt zu verhindern, dass uns der Wunsch nach billigen Spargel am Ende teuer zu stehen kommt. Klöckners Spargelstecher-Luftbrücke muss angesichts dieser Verhältnisse sofort ausgesetzt werden. Diese Verantwortung sind wir den gerufenen Erntehelfern und der Bevölkerung schuldig.