Pressemitteilung: Zum Dürregipfel

  1. August 18

Zum heutigen Amtscheftreffen zu den geforderten Dürrehilfen in Deutschland erklärt Friedrich Ostendorff MdB, Agrarpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen:

Die Bäuerinnen und Bauern in Deutschland benötigen sofortige finanzielle Hilfe. Gerade im Norden und im Osten des Landes sind die Ernten so miserabel ausgefallen, dass die Betriebe ein dramatisches Minusgeschäft machen. Vor allem für die kleinen und mittleren Betriebe ist dieses Jahr ein entscheidendes Jahr, da es das zweite Jahr in Folge mit beträchtlichen Ernteausfällen ist.

Die Notwendigkeit einer unkomplizierten Abwicklung der finanziellen Ausgleichszahlungen ist entscheidend. Bürokratischer Aufwand muss vermieden werden. Die Bäuerinnen und Bauern, die auf Ausgleichszahlungen angewiesen sind, sollten sie auch auf schnellen und unkomplizierten Weg empfangen. Vor allem die rindviehhaltenden Betriebe benötigen sofortige Abhilfe, da die Rinder auf den Weiden kein Futter mehr finden. Die Bäuerinnen und Bauern gehen vielerorts bereits jetzt an ihre Winterfutterreserven oder müssen ihre Tiere notschlachten.

Zeitgleich muss unbedingt klargestellt werden, dass wir uns in einer katastrophalen Situation befinden und wir es mit einer katastrophalen Agrarpolitik zu tun haben. Es ist gut und wichtig, dass die diesjährige Dürre auch eine Diskussion über unsere Landwirtschaftspolitik ausgelöst hat. Denn es ist an der Zeit, eine Wende in der Agrarpolitik einzuläuten. Unsere Zukunft liegt in einer Landwirtschaft, die nachhaltig und klimafreundlich ist, die unsere Böden schützt und unser Wasser nicht verunreinigt, die unsere Lebensgrundlagen wertschätzt und bewahrt. Dafür ist es aber notwendig, dass kleine und mittlere Betriebe, dass Familienbetriebe gefördert werden, dass ökologische und nachhaltige Produktionsweisen endlich auch verbessert finanziell gestärkt werden. Denn die ökologische Landwirtschaft ist die Landwirtschaft der Zukunft. Eine Veränderung der EU-Agrarsubventionen ist erforderlich!

Julia Klöckner muss jetzt in doppelter Hinsicht Nägeln mit Köpfen machen! Zum einen muss sie jetzt dafür sorgen, dass alle Daten der Ertragsausfälle berücksichtigt werden und daraus folgend Hilfsgelder für alle Betriebe ausgezahlt werden, die diese benötigen – und zwar schnell! Zum anderen ist es ihre Verpflichtung, endlich die Agrarwende einzuläuten. In Zukunft müssen nachhaltige Strukturen finanziert werden! In Zukunft muss eine Politik auf die Beine gestellt werden, die dem Menschen, den Tieren, der Umwelt und vor allem auch den Forderungen der Gesellschaft endlich gerecht wird. Man muss den Bauern aus ihrer akuten Not helfen! Aber man muss auch unserer Welt helfen, die es bald nicht mehr so geben wird, wenn wir so weiter machen.