PRESSEMITTEILUNG: Umbau der Tierhaltung: Tiere artgerecht halten und Bäuerinnen und Bauern ordentlich entlohnen – Borchert-Vorschläge nicht perfekt, trotzdem jetzt zügig ambitioniert umsetzen

Zur heutigen Debatte im Bundestag über die Empfehlungen des Kompetenz-Netzwerks Nutztierhaltung erklärt Friedrich Ostendorff MdB, agrarpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen:

Seit Jahren kämpfen wir Grüne für eine tiergerechte Tierhaltung und für den Erhalt einer zukunftsfähigen bäuerlichen Landwirtschaft.

Bereits 2015 hat der Wissenschaftliche Beirat (WBA) Landwirtschaft dargelegt, wie die nicht zukunftsfähige Tierhaltung in Deutschland umgebaut werden kann.

Eine ethisch vertretbare Nutztierhaltung braucht eine verantwortliche Regulierung und einen angemessenen Transformationsprozess, erklärte der Deutsche Ethikrat. Weiter, die zu erwartenden Lasten eines solchen Wandels müssen fair verteilt werden.

Was Grüne, Wissenschaft und weite Teile der Gesellschaft bereits seit langem fordern, hat auch das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung in diesem Jahr bestätigt. Der Bericht der sogenannten „Borchert-Kommission“ gibt Handlungsempfehlungen, wie die landwirtschaftliche Tierhaltung verbessert und gleichzeitig die Bäuerinnen und Bauern bei der notwendigen Transformation finanziell unterstützt werden können.

Diese Empfehlungen müssen jetzt zügig und ambitioniert umgesetzt werden. Es bleibt noch viel zu tun und deshalb beherzt ans Werk. Bäuerinnen und Bauern brauchen endlich Wahrheit und Klarheit, wohin die Reise geht. Die Situation von Tieren in unseren Ställen muss noch in dieser Wahlperiode deutlich verbessert werden.

Ministerin Klöckner darf den notwendigen Veränderungsprozess der Haltungsbedingungen nicht weiter verschleppen. Die Ergebnisse des Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung mit konkreten Vorschlägen, v.a. für die Schweinehaltung, müssen umgehend aufgegriffen und umgesetzt werden. Wir brauchen jetzt und nicht erst in ferner Zukunft klare Beschlüsse des Bundestages über den Umbau und für eine zukunftsfähige Tierhaltung insgesamt.

Die heutige Abstimmung sollte als Weichenstellung gesehen werden, den Pfad der Massentierhaltung endlich zu verlassen und ein zukunftsgerichtetes Bild der Tierhaltung zu entwerfen. Das System des billigen Fleisches auf Kosten der Tiere sollten wir hinter uns lassen.