PRESSEMITTEILUNG: Farm-to-Fork-Strategie

Zur Farm-to-Fork-Strategie, die die EU-Kommission heute vorgestellt hat, erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:
Die Vorschläge der EU Kommission gehen in die richtige Richtung, um unsere Landwirtschaft endlich zukunftsfähig zu gestalten. Es kommt jetzt darauf an, dass die Bundesregierung die formulierten Ziele auch umsetzt, gute Worte allein reichen nicht aus. Die zahlreichen Probleme, vor denen die Landwirtschaft steht, müssen dringend gelöst werden. Bäuerliche Betriebe brauchen endlich eine Zukunftsperspektive. Die Bundesregierung muss die anstehende Ratspräsidentschaft dafür nutzen, die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik mit den formulierten Zielen der Farm-to-Fork Strategie in Einklang zu bringen und ambitioniert umzugestalten.
Der Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung muss deutlich reduziert werden. Die Stärkung des Tierwohls durch eine artgerechte Haltung, z. B. auf der Weide oder im Stroh, kann wesentlich dazu beitragen, weniger Arzneimittel einzusetzen. Wir brauchen deshalb eine europäische verbindliche Tierwohlkennzeichnung. Die Bundesregierung muss zu ihrem Wort stehen und die verbindliche Tierwohlkennzeichnung auf europäischer Ebene auch umsetzen.
Die Belastung von Wasser und Umwelt durch Nährstoffeinträge muss gesenkt werden. Die Verringerung des Nährstoffüberschusses ist dafür eine wesentliche Maßnahme. Es ist gut, das auf europäischer Ebene einheitlich zu lösen. Wir müssen auch die flächengebundene Tierhaltung, die Weidehaltung von Wiederkäuern und die kraftfutterreduzierte Fütterung von Rindern stärken, um die Produktion von klimaschädlichen Gasen auf ein Minimum zu reduzieren.
Die Stärkung des Ökolandbaus muss weiter vorangetrieben werden. Das formulierte Ziel ist gut, es kommt aber v. a. darauf an, den ökologischen Landbau auch tatsächlich zu stärken. Dafür müssen die jetzt schon gegebenen Möglichkeiten auch endlich genutzt werden. Die Bundesregierung hat zu viel Zeit verstreichen lassen, um das Ausbauziel zu erreichen.