PRESSEMITTEILUNG: EU-Fangquoten für die Ostsee: Nachhaltiger Schutz der Fischbestände notwendig

Zur Einigung der EU-Fischereiministerinnen und -minister auf Fangquoten für die Ostsee erklären Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik, und Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Die Entscheidungen der EU-Fischereiministerinnen und -minister sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung hin zur stärkeren Berücksichtigung der wissenschaftlichen Empfehlungen und des Vorsorgeprinzips. Die EU-Kommission tut gut daran, erstmals den Fangquoten einen ökosystembasierten Ansatz und ökologische Beziehungen in Nahrungsnetzen zugrunde zu legen und auch gegen einzelne Mitgliedstaaten durchzusetzen.

Auf dieser Grundlage wurde ein guter Kompromiss zwischen dem Schutz der Populationen und den berechtigten Nutzungsinteressen der kleinen Küstenfischereien gefunden. Diese sind vom Rückgang der Populationen existenziell betroffen und dringend auf eine Regenerierung der Populationen angewiesen. Um auch in Zukunft die wirtschaftliche Nutzung der Ostseebestände zu ermöglichen und insbesondere die wertvollen kleinen Küstenfischereien zu erhalten, braucht es jetzt wirksame Hilfen für die betroffenen Fischereien und eine weitere Regenerierung der Populationen.

Es braucht endlich wirksame Meeresschutzgebiete, in denen ganzjährig ein Fischereiverbot umgesetzt wird und Jungtiere von Dorsch, Hering und Sprotte heranwachsen können, um langfristig die Populationen der Ostsee zu stärken und damit auch die ökonomische Grundlage für die Ostseefischerei zu sichern.

Den kurzfristigen ökonomischen Ausfällen für die kleine Küstenfischerei muss gleichzeitig entgegengewirkt werden. Gelder des Europäischen Meeres- und Fischereifonds können hier Abhilfe schaffen.