PRESSEMITTEILUNG: Düngenovellierung 2021: Neue Stoffstrombilanzierung muss Umweltziele und Planbarkeit endlich zusammenbringen

Zur Veröffentlichung der jüngsten Stellungnahme des Umweltbundesamtes zur Novellierung der Stoffstrombilanzverordnung erklärt Friedrich Ostendorff MdB, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion B90/Grüne im Deutschen Bundestag:

Wir brauchen dringend eine Düngeregelung, die wichtige Umweltziele und Planbarkeit für landwirtschaftliche Betriebe zusammenbringt und langfristig auf stabile Füße stellt. Die Vorschläge des Expertenkonsortiums des Umweltbundesamtes skizzieren dafür wichtige Eckpunkte.

Die Landwirtschaft in Deutschland produziert Stickstoff-Überschüsse in Höhe von 1,55 Millionen Tonnen, etwa 93 Kg/ha Landfläche (Mittel 2016/18). Rund 90% des Nitrateintrages in das Grundwasser, 95 % der Ammoniak- und 80% der Lachgas-Emissionen in die Atmosphäre und zwischen 50 % und 63 % der Phosphoreinträge in die Nord- und Ostsee kommen aus der Landwirtschaft. Das ist schlicht zu viel.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner muss sich jetzt für eine wirkungsvolle Novellierung der Stoffstrombilanzverordnung einsetzen. Wir brauchen eine Regelung, die Verursacher adressiert und nicht die nachhaltig und ökologisch wirtschaftenden Betriebe. Das erfordert eine klare und einfache Betriebsbilanz, die die realen Stoffströme erfasst und die Nährstoffüberschüsse wirksam reduziert.

Wir brauchen eine einheitliche Bewertungsgrundlage. Die bisher mögliche betriebsindividuelle Bewertung, die Ausnahmen ermöglicht, muss gestrichen werden und die bisherige Bewertungsgrenze von 175 kg N/ha reduziert werden.

Die Stellungnahme des Umweltbundesamtes finden Sie hier: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/novellierung-der-stoffstrombilanzverordnung