Pressemitteilung: Den Nutztieren geht es schlecht!

  1. 03.09.2018

Zur Pressekonferenz der Organisationen Foodwatch, Greenpeace und Vier Pfoten zum Tierschutz in der Nutztierhaltung und zur Beratung der Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration im Agrarausschuss des Bundesrates erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

„Den Nutztieren in Deutschland geht es zu oft nicht gut. Wir fordern, dass die Haltungsbedingungen endlich an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden. Das ist in den allermeisten Ställen und in der Gesetzgebung leider nicht der Fall. Die Tiere haben zu wenig Platz, sind zu häufig krank und können kein artgerechtes Leben führen. Doch für Ministerin Klöckner wiegen die wirtschaftlichen Interessen der Fleischindustrie schwerer als der Tierschutz und der Verbraucherwille. Das angekündigte Tierwohlkennzeichen ist ein Feigenblatt und trägt diesen Namen zu Unrecht. Denn auch Betriebe, in denen Schweine weniger als ein Quadratmeter Platz zum Leben haben, dürfen sich mit dem Label auszeichnen lassen. Das ist Verbrauchertäuschung im Interesse von Bauernverband und Agrarlobby.

Die Bundesregierung hatte mehr als genug Zeit, den Ausstieg aus der tierquälerischen betäubungslosen Ferkelkastration zu gestalten. Es ist ein skandalöses Politikversagen, dass so kurz vor dem Ablauf der Frist keine Strategie vorliegt. Die Verlängerung der Frist, damit weiterhin Ferkel ohne Betäubung operiert werden dürfen, kann keine Lösung sein. Mit der Inhalationsbetäubung und der Immunokastration stehen Alternativmethoden zur betäubungslosen Kastration zur Verfügung. Eine Verlängerung ist faktisch nicht notwendig – es sei denn, die Ministerin lässt sich von den Interessenverbänden der Fleischlobby stärker beeindrucken als von beschlossenen Gesetzen.“