Arbeitsplan der Ministerin muss sich streng an Jamaika orientieren

Pressemitteilung zur angekündigten Ernennung von Julia Klöckner als Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung

Zur angekündigten Ernennung von Julia Klöckner als Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung erklärt Friedrich Ostendorff (MdB), Sprecher für Agrarpolitik:

Ich gratuliere Julia Klöckner zur Ernennung als Ministerin. Sie hat keine einfache Aufgabe vor sich. Es liegt vieles im Argen. Mit Charme und Lächeln allein, werden diese Probleme jedoch nicht gelöst. Ich hoffe sehr, dass den schönen Worten auch Taten folgen und die neue Ministerin nicht in die Fußstapfen ihres Vorgängers tritt. Es braucht eine Handlungsministerin nach dem vorherigen Ankündigungsminister. Julia Klöckner muss sich an den Ergebnissen von Jamaika orientieren. Das heißt einen echten Umbau der Tierhaltung voranzubringen. Eine zukunftsfähige Tierhaltung muss sich an den Bedürfnissen der Gesellschaft orientieren und Bäuerinnen und Bauern eine langfristige Perspektive bieten. Den weiteren Verlust bäuerlicher Betriebe können wir uns nicht mehr leisten.

Auch die Situation auf dem Milchmarkt wird eine Bewährungsprobe für die neue Ministerin. Ich hoffe, dass sie effektiver und zügiger auf Marktkrisen reagiert, als ihr Amtsvorgänger. Wir brauchen Instrumente zu Mengenreduktion bei Marktkrisen, um Preise zu halten und Betriebe zu schützen. Auch die schweren Defizite beim Schutz des Wassers müssen angegangen werden. Wir müssen die Belastung mit Gülle herunterfahren. Die Tierhaltung darf sich nicht weiter in wenigen Gebieten und großen Betrieben konzentrieren sondern muss in der Fläche erhalten werden. Eine große Aufgabe ist auch der Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und der Klimaschutz. Die Landwirtschaft ist aktuell ein Teil des Problems. Es ist die Aufgabe der neuen Ministerin, dass sie ein Teil der Lösung wird.