Nährstoffbericht 2016/2017 weist auf offensichtliche Probleme hin

Pressemitteilung zum aktuellen Nährstoffbericht für Niedersachsen 2016/ 2017

» STATEMENT

Friedrich Ostendorff MdB

Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen

 

19. WP – 28.03.2018

 

Zum aktuellen Nährstoffbericht für Niedersachsen 2016/ 2017 erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

 

„Angesichts der aktuellen Zahlen des Nährstoffberichts fordern wir die Landesministerin Otte-Kinast und die Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner auf, das grundsätzliche Problem anzugehen, statt an kleinen Stellschrauben zu basteln.  Für eine zukunftsfähige Tierhaltung müssen die Bestände reduziert werden, alles andere ist Augenwischerei.

Landesministerin Otte-Kinast wird die Zahlen hin und her wenden und auf neue Berechnungen verweisen. Doch alle Zahlenspielchen können vom offensichtlichen Problem nicht ablenken:  Der Stickstoffüberschuss von 70.000 Tonnen zeigt, dass die industrielle Tierhaltung das ökologisch verträgliche Maß weit überschritten hat. Es gibt einfach viel mehr Tiere in den hermetisch abgeriegelten Mastanlagen und Turboställen, als die Felder und Seen verkraften können. Nur zwei Prozent der geprüften Flüsse und Bäche sind in einem guten chemischen und ökologischen Zustand. Kein natürlicher See, kein Küstengewässer erreicht dieses Ziel. Über 3 Millionen Tonnen Gülle, Hühnerkot und Gärreste mussten abtransportiert werden, weil die Flächen keine Nährstoffe mehr aufnehmen können – eine Steigerung von acht Prozent. Schutz von Tier und Umwelt, angemessene Preise für die Bäuerinnen und Bauern und Transparenz für die Bevölkerung – dafür brauchen wir eine an die Fläche angepasste Tierhaltung.“