Moratorium für Tiertransporte in außereuropäische Länder aussprechen

Pressemitteilung zur Debatte im Bundestag zu Tiertransporten

Jeden Tag werden Viehtransporte in Deutschland abgefertigt und auf ihre lange Reise ins europäische Ausland geschickt. Die Anzahl der Langstreckentransporte von Rindern in den letzten fünf Jahren stark zugenommen – verdreifacht in den Libanon, verzehnfacht in die Türkei und nach Russland. 2016 wurden über 70.000 Rinder aus Deutschland in Drittländer exportiert. Um den Schutz dieser Tiere zu gewährleisten, gibt es eine umfangreiche EU-Verordnung, die ausdrücklich auch außerhalb der EU gilt. Leider wird diese Verordnung viel zu oft nicht eingehalten. Was nämlich tatsächlich auf diesen Viehtransporten abläuft, führen uns zahlreiche Berichten und Videomitschnitten vor Augen: Oft unerträgliches Leid in einem erschütterndem Ausmaß. Tiere, die auf den LKWs jämmerlich an Metallstangen lecken, dann häufig apathisch und völlig dehydriert zusammenbrechen. Hochtragende Jungrinder, die in völlig überladenen und verdreckten Transportern eine Schwergeburt erleiden, während Leidensgenossinnen auf sie koten und urinieren. Tiere, die beim Verladen im EU-Ausland gequält und mutwillig Leiden und Schmerzen ausgesetzt werden.

Die aktuellen Bilder, die im November vergangenen Jahres in der Dokumentationsreihe 37 Grad gezeigt wurden, sind erschütternd und grauenvoll und müssen aufhören. Was wir verlangen ist, dass Transporte nur dann durchgeführt werden, wenn die rechtlichen Bestimmungen eingehalten werden. Das ist doch nicht zu viel verlangt!

Wir sind es den Mastbullen, hochtragenden Jungrindern und aussortierten Altkühen schuldig. Wir brauchen ein Moratorium der Transporte in EU-Drittländer, das solange aufrechterhalten wird, bis das eklatante Vollzugsdefizit behoben ist.