Milchmarkt: Die Zeichen stehen auf Sturm

Pressemitteilung zum Bericht der Bundesregierung zur Situation auf dem Milchmarkt

Zum Bericht der Bundesregierung zur Situation auf dem Milchmarkt im Agrar- und Ernährungsausschuss des Deutschen Bundestages am 28.02.2018 erklärt Friedrich Ostendorff (MdB), Sprecher für Agrarpolitik:

Die Zeichen auf dem Milchmarkt stehen auf Sturm. Die nächste Krise kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Selbst die Bundesregierung bestätigt den verstärkten Angebotsdruck, die zurückgehenden Erzeugerpreise und die unsichere Situation auf den Märkten.

Wenn es ans Handeln geht, schiebt die Bundesregierung die Verantwortung jedoch auf die Marktteilnehmer ab. Das ist aber verantwortungslos. Wir haben es mit Marktversagen zu tun, das eindeutig politisches Handeln erfordert. Wir müssen uns jetzt frühzeitig auf die nächste Krise vorbereiten und passende Instrumente bereithalten.

Ich hoffe sehr, die neue Ministerin wird sich weniger hasenfüßig verhalten, als der scheidende Minister. Einen Betriebsverlust, wie 2015/2016, wo wir 10 Prozent der Betriebe verloren haben, können wir uns nicht noch mal leisten. Die Betriebe stehen am Rand des Machbaren. Wer jetzt noch steht, der hat kaum noch Reserven. In einer neuen Krise droht deshalb ein noch dramatischerer Ausstieg von Betrieben.

Wir müssen uns jetzt für die nächste Krise wappnen und Kriseninstrumente entwickeln. Wir brauchen eine Mengenreduzierung bei Marktkrisen. Das kann ein branchenfinanziertes, indexbasiertes Bonus-Malus-System sein, wie vom Bund der Milchviehhalter vorgeschlagen. Ich stehe aber auch dem ablieferbaren Milchkontingent (AMIKO) des Kollegen Kees de Vries aufgeschlossen gegenüber.