Milchkrise: Fünf Prozent der Milchbetriebe gaben im vergangenen Jahr auf

Pressemitteilung zu den gestern vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Zahlen über die Anzahl von tierhaltenden Betrieben in Deutschland

Jetzt ist es schwarz auf weiß. 3392 Milchbetriebe, erneut knapp fünf Prozent aller Milchviehbetriebe haben seit November 2016, also innerhalb nur eines Jahres aufgegeben. Das ist die Quittung für das katastrophale Nichtstun von Agrarminister Christian Schmidt in der letzten Milchkrise.

Diese Entwicklung ist das Ende der bäuerlichen Milcherzeugung in Deutschland. Wir müssen das Ruder jetzt rumreißen und die Landwirtschaft endlich wieder in ruhige Gewässer bringen. Es kann nicht sein, dass wir jedes Jahr mit neuen katastrophalen Zahlen überzogen werden und nichts passiert.

Mit der bäuerlichen Struktur der Landwirtschaft sterben nicht nur wirtschaftliche Existenzen. Von dieser Struktur leben unsere Regionen, unsere ländliche Kultur und Versorgungsnetze im ländlichen Raum. Wir können uns als Gesellschaft nicht leisten auf diese Lebensgrundlage zu verzichten.

Wie verändert sich die Landwirtschaft? Wer soll und wie wollen wir uns in Zukunft ernähren? Das sind Fragen, die sich diese Gesellschaft jetzt stellen muss. Wir müssen das Thema Agrarwandel jetzt ganz nach oben stellen und brauchen einen gesellschaftlichen Konsensprozess, wie wir diese Entwicklung umkehren können.

Hintergrund: Die Zahl der Schweinehalter nahm seit November 2016 um rund 1 000 oder 3,9 % auf 23 500 Betriebe ab. Die Zahl der Milchkuhbetriebe hat sich um 3392 Betriebe oder 4,9 % auf 65 782 Haltungen verringert. Der Milchkuhbestand sank um 18 690 Stück oder 0,4 % auf 4,20 Millionen Tiere.