Luft & Wasser

Luft und Wasser schützen

Saubere Luft und sauberes Wasser sind existenziell für unsere Gesundheit und Grundbedingung für eine gute Lebensqualität. Sie sind Indikatoren für gesunde Ökosysteme und der Schutz von Luft und Wasser ist notwendig für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlage.

Um die Güte von Luft und Wasser ist es jedoch teilweise schlecht bestellt. Deutschland liegt z.B. bei der Nitratbelastung von Grundwasser im Vergleich aller EU-Mitgliedstaaten weit vorn. 28% der Grundwassermessstellen in Deutschland haben mehr als 50 mg/l Nitrat – damit liegt Deutschland nach Malta auf dem zweitschlechtesten Platz in Europa. Mit dafür verantwortlich ist die immer stärker zunehmende Konzentration der Tierhaltung in immer weniger Betrieben und immer weniger Regionen. Dies führt zu einer Konzentration auf der Fläche und dort zu einer immer stärkeren Nährstoffkonzentration. Die hohe Belastung von Grundwasser durch Nitrate aus der Intensiv-Tierhaltung wird durch einen Bericht der EU-Kommission zur Umsetzung der Nitratrichtlinie vom 04. Mai 2018 bestätigt (https://ec.europa.eu/germany/news/20180504-nitrate_de).

Auch der Zustand der Oberflächengewässer liegt im Argen. Dies bestätigt der aktuelle Bericht der EU-Umweltagentur zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie vom 03. Juni 2018 (https://www.eea.europa.eu/de/highlights/die-europaeischen-gewaesser-werden-sauberer). Demnach ist Deutschland beim chemischen Zustand der Oberflächengewässer gemeinsam mit Österreich, Luxemburg und Schweden EU-weit auf dem letzten Platz. 100% der Oberflächengewässer in diesen Ländern sind in keinem guten chemischen Zustand, sondern z.B. mit Quecksilber belastet. Auch der ökologische Zustand der Gewässer in Deutschland ist schlecht, so sind nur 8,4% der Oberflächengewässer in einem guten Zustand. Im EU-Durchschnitt sind immerhin bei 38 Prozent der Oberflächengewässer in gutem chemischen Zustand und 40,6 Prozent in einem guten ökologischen Zustand.

Die Bundesregierung nimmt den Gewässerschutz nicht ernst. Sie hat die Verbesserungen im Düngerecht über Jahre verschoben und sogar die fachlichen Empfehlungen der Wissenschaft zur Verbesserung der Düngegesetzgebung ignoriert. Der Europäische Gerichtshof hat Deutschland deshalb wegen Nichterfüllung der Nitratrichtlinie am 21. 06.2018 verurteilt. Zwar wurde die Düngegesetzgebung überarbeitet, aber auch die neue Düngegesetzgebung reicht nicht aus, um das Grundwasser zu schützen. Das bestätigt das aktuelle Gutachten zur Bewertung des überarbeiteten Düngerechts von Prof. Taube im Auftrag des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) (http://www.grassland-organicfarming.uni-kiel.de/de/aktuelles/vortraege/Taube%202018%20Expertise_Bewertung_DueG_DueV_StoffBilV.pdf).

Deutschland steuert also direkt auf ein neues Vertragsverletzungsverfahren zu. Dafür zahlen nun der Steuerzahler und die Landwirtschaftsbetriebe, die mit einer guten fachlichen und verantwortungsvollen Praxis zu einer Schonung von Umwelt und Grundwasser beigetragen haben.

Die Zukunft der deutschen Tierhaltung liegt nicht darin, die Welt mit Billig-Fleisch zu versorgen. Die Exportausrichtung der Intensivtierhaltung in Deutschland läuft auf Kosten der bäuerlichen Betriebe, der Verbraucher und der Umwelt.

Wir brauchen eine regionale Produktion mit mehr Qualität und Wertschöpfung statt Dumping-Masse für den Export auf Kosten der Umwelt. Landwirtschaft muss endlich wieder in Einklang mit der Umwelt gebracht werden.

 

Forderungen

  • Die Bundesregierung muss die Düngegesetzgebung neu überarbeiten, um das Grundwasser endlich effektiv vor hohen Nitratfrachten aus der industriellen Tierhaltung zu schützen.
  • Wir brauchen eine Hoftorbilanz, die die Nährstoffströme auf betrieblicher Ebene realistisch erfasst und eine drastische Begrenzung der Nährstoffüberschüsse auf ein umweltverträgliches Maß.
  • Kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe müssen bei der Anpassung an die neue Düngegesetzgebung und bei der Umstellung auf neue umweltschonende Technologien für die Nährstoffausbringung unterstützt werden.

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