Pressemitteilung: Klimakrise und Landwirtschaft

Zu den Forderungen des Deutschen Bauernverbandes im Vorfeld des Bund-Länder-Treffens zu den Dürre- und Hitzefolgen am Dienstag erklären Lisa Badum, Sprecherin für Klimaschutz und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Die industrielle Landwirtschaft ist nicht nur Leidtragende zunehmender Extremwetterlagen. Sie trägt mit ihrer Massentierhaltung und den Monokulturen nach wie vor zur Verschärfung der Klimakrise bei und war laut Umweltbundesamt allein im Jahr 2016 für 7,2% der CO2-Äquivalente in Deutschland verantwortlich. Wetterextreme wie Hitze und Dürre werden, wie renommierte Klimaforscher jüngst wieder bestätigten, immer wahrscheinlicher. Somit steigt auch das Risiko für die Landwirtschaft. Der Anbau von Sommerkulturen wird immer schwerer.

Der Deutsche Bauernverband wehrt sich traditionell mit aller ihm zur Verfügung stehenden Lobbymacht gegen jegliche Reform hin zu einer verantwortungsvollen, ökologischen Landwirtschaft, die Klimaschutz, Tierhaltung und Flächennutzung in Einklang bringt. Auch jetzt fordert er pauschal mehr Geld, statt einen Weg aus der Krise aufzuzeigen. Das wird die Landwirtschaft weder ökologischer noch krisenfester machen.

Die Bäuerinnen und Bauern benötigen akute Hilfe, das ist richtig. Aber ein Weiter-so führt in die Sackgasse und ist nicht mehr zu verantworten. Wir brauchen ein Umsteuern in der Landwirtschaft! Die Zukunft liegt in einer ökologischen, umweltfreundlichen Landwirtschaft mit gesunden Böden, robusten Pflanzen und einer artgerechten Tierhaltung.

Die Bundesregierung muss auf dem Gipfel am Dienstag nicht zur Symptombekämpfung die Dürreschäden bewerten, sondern einen wirksamen Klimaschutzplan vorlegen, der Wege zu einer klimasensiblen Landwirtschaft aufzeigt und ein anderes Wirtschaften ermöglicht. Außerdem muss sie sich bei den laufenden EU-Verhandlungen zur Agrarreform endlich für ein „Stopp!“ der Bevorzugung des agrarindustriellen Komplexes einsetzen.