STATEMENT: Ferkelkastration

Statement von

Friedrich Ostendorff MdB, Sprecher für Agrarpolitik Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen

zum heutigen Treffen von Verbänden, WirtschaftsvertreterInnen, der Wissenschaft und den Zulassungsbehörden im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zum Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab dem 1.1.2019

„Das BMEL wird die Frist, die tierschutzwidrige Ferkelkastration ohne Betäubung zu verbieten, nicht einhalten. Es wurde zu lange abgewartet und aufgeschoben. Offene Fragen sind weiter ungeklärt, das Landwirtschaftsministerium wirft Nebelkerzen. Konzepte und Strategien hat Ministerin Klöckner nicht zu bieten. Sie lächelt sich bei ihren Termin lieber öffentlichkeitswirksam durch symbolpolitische Wohlfühlthemen. Leidtragende dieses Politikversagens sind die TierhalterInnen, die bei der gravierenden Änderung völlig alleine gelassen werden, und die Millionen Ferkel, denen weiterhin ohne Betäubung mit einem Skalpell der Bauch aufgeschnitten wird.

Das BMEL wird sich mit einer Fristverlängerung und einer Änderung im Tierschutzgesetz retten wollen. Ministerin Klöckner will den verfassungsrechtlichen Schutz der Tiere aufweichen, um den Wünschen der Agrarindustrie zu entsprechen. Das sind fünf Schritte zurück in die Steinzeit des Tierschutzes. Es kann nicht sein, dass das Tierschutzgesetz aufgemacht und verschlechtert wird, wo doch der Schutz der Tiere Verfassungsrang genießt.“