STATEMENT zur Afrikanischen Schweinepest

STATEMENT

Friedrich Ostendorff MdB

Bundestagsfraktion Bündnis90/ Die Grünen

Zur heutigen „Nationalen Präventionskonferenz“ zur Afrikanischen Schweinepest erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

„Bei einem Ausbruch würde die Afrikanische Schweinepest nicht nur Tierleid verursachen sondern auch großen ökonomischen Schaden anrichten. Wir fordern daher die Bundesregierung auf, alles daran setzen, um vermeidbares Tierleid und wirtschaftliche Gefahren von bäuerlichen Betrieben abzuwenden.

Zur Seuchenprävention schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

–        Überprüfung der Biosicherheit in Schweinehaltungen

–        Sicherstellen von intakten Einzäunungen von Autobahnparkplätzen und -raststätten

–        Prüfung zusätzlicher Hygienemaßnahmen bei LKWs aus ASP-Gebieten auf der Autobahn

–        Stärkung eines vielfältigen Ackerbaus statt politischer Förderung von Mais und Raps

–        Einhaltung der Klimaschutzziele

Die Diskussion über eine Dezimierung der Wildschweinbestände ist eine Platzhalterdiskussion. Infizierte Wildschweine sterben sehr schnell an der ASP und tragen nicht zu einer großflächigen Weiterverbreitung des Erregers bei. Außerdem sind die intensiven Haltungsanlagen so hermetisch abgeriegelt, dass ein Kontakt zwischen Haus- und Wildschweinen faktisch unmöglich ist. Es ist am wahrscheinlichsten, dass die Verbreitung maßgeblich durch weggeworfene Lebensmittel von Fernfahrern stattgefunden hat. Und darüber hinaus ist es unstrittig, dass die industrielle Schweineproduktion ohne die niemals endenden Transporte von Futter, Betriebsmitteln, Tieren und Personen nicht funktionieren kann. Die Viehdichte in den Intensivregionen Niedersachsens und Nordrhein Westfalens hat ein kritisches Maß überschritten. Die Auswirkungen eines Seuchenfalls wären in diesen Gebieten besonders drastisch.“