PRESSEMITTEILUNG: Kriterien des staatlichen Tierwohlkennzeichens ist unzureichend

Zur heutigen Vorstellung der Kriterien des staatlichen Tierwohlkennzeichens durch Landwirtschaftsministerin Klöckner erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen:

Ministerin Klöckner ist heute angetreten, um für ihr Fleischlabel zu werben. Sie versprach, dass es keine Auslobung geben würde für das Einhalten gesetzlicher Standards. Doch es ist nicht wahr, dass die Kriterien über dem gesetzlichen Standard liegen. Im europäischen und deutschen Tierschutzrecht ist das Kupieren von Schweineschwänze grundsätzlich verboten, lediglich Ausnahmen von diesem Verbot sollen möglich sein. Ich finde es skandalös, dass in der ersten Stufe des Labels Tiere mit kupierten Schwänzen zertifiziert werden sollen. Das widerspricht den Aussagen der Ministerin.

Zur Finanzierung der Umstellungen auf den Betrieben kommt nach wie vor keine konkrete Aussage. Es kann doch nicht sein, dass es für die Realisierung in den Ställen noch kein Konzept von Seiten der Ministerin gibt.

Ich fordere die Ministerin auf, die Kriterien nachzubessern, damit nur gekennzeichnet wird, was über dem gesetzlichen Standard liegt.

Außerdem erwarte ich von der Ministerin, dass sie die Bäuerinnen und Bauern nicht mit den Investitionen alleine lässt. Wenn das staatliche Tierwohllabel gelingen soll, muss der Umbau der Tierhaltung unterstützt werden.