Pressemitteilung: Landwirtschaft nicht den Börsenkursen ausliefern

Steinhoff-Crash: Landwirtschaft nicht den Börsenkursen ausliefern

Zum dramatischen Absturz der Aktien des Steinhoff-Konzerns und den Auswirkungen auf die Landwirtschaft erklärt Friedrich Ostendorff (MdB):

Wir dürfen die Landwirtschaft nicht dem Auf und Ab der Börsen-Kurse und dem Können und Nicht-Können von Finanzmanagern ausliefern. Die Landwirtschaft, von der wir leben, muss auf einem festen Fundament stehen, nicht auf wackeligen Füßen.

Es ist gerade die Landwirtschaft in den neuen Bundesländern, die stark gefährdet ist. Gerade hier brauchen wir aber stabile, lokal und sozial verankerte Strukturen. Aber ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe sind nach einer Studie des Thünen-Institutes bereits in der Hand von überregionalen Investoren.

Mit jedem Crash an den Börsen brechen weitere wichtige Strukturen weg. Bereits die Insolvenz der KTG Agrar im vergangenen Jahr und der Verkauf von Landflächen an den Versicherungskonzern Münchner Rück und von Betrieben an den Baukonzern Zech-Group haben gezeigt, wie weit der Ausverkauf der Landwirtschaft mittlerweile voran geschritten ist.

Wir müssen endlich aus diesen Fehlern lernen. Nach wie vor ist der Erwerb von Unternehmensanteilen an landwirtschaftlichen Betrieben nicht geregelt. Diese Lücke im Gesetz ermöglicht es internationalen Holdings und überregionalen Investoren sich in der Landwirtschaft einzukaufen.

Es sind die Bundesländer, die jetzt dringend gefordert sind, diese gesetzliche Lücke zu schließen. Aber auch die Bundesregierung muss Konsequenzen ziehen und z.B. den Verkauf von bundeseigenen Flächen an Betriebe in der Hand von Investoren stoppen und dafür eine ausgewogene Agrarstruktur und eine bäuerliche Landwirtschaft fördern.